Knapp anderthalb Jahre nach der Erstauflage 2018 entfachte das Polizeiorchester des Saarlandes bei Schülern, Lehrern und Gästen der Wellesweiler Alex-Deutsch-Gemeinschaftsschule erneut eine große Begeisterung. Mit Einfallsreichtum und Können gelang es dem neu geformten Ensemble der musizierenden Ordnungshüter  auch diesmal, die Herzen der Kinder aus den Klassenstufen fünf bis sieben im Handumdrehen zu erobern.

Der frühere Schulleiter Arno Schley, der gemeinsam mit der Witwe des schulischen Namensgebers, Doris Deutsch, den Auftritt der Bigband aufmerksam verfolgte, brachte eines der beiden wichtigsten Lernziele auf den Punkt: „Das ist eine ganz ausgezeichnete Maßnahme, um das Vertrauen der nachwachsenden Generationen in die Polizei zu stärken und zunehmender Respektlosigkeit gegenüber Uniformträgern und Hilfsorganisationen als einem neuen gesellschaftlichen Phänomen wirkungsvoll entgegenzutreten.“

Bereits zuvor stand das Thema „Musik“ als bewährtes Bindeglied zwischen Bevölkerung und Polizei im Mittelpunkt der Begrüßungsreden von Schulleiterin Stephanie Urschel und des zuständigen Polizei-Dienststellenleiters Peter Niklos.

Der präventive Erfolg des landesweit beliebten Schulprojekts war auch diesmal im schönen Ambiente des katholischen Pfarrzentrums eng und untrennbar mit Instrumentenlehre und praktischen Fallbeispielen aus der Welt der Musik als zweitem pädagogischen Lernziel verbunden. „Mich hat am meisten beeindruckt, wie gut das Orchester die Töne beim Abspielen der Filmmelodie aus Star Wars getroffen hat“, fällte zum Beispiel der 12-jährige Sechstklässler und Hobby-Instrumentalist Elias Glaser ein fachmännisch klingendes Werturteil. Überhaupt waren es Hits von hohem Wiedererkennungsgehalt aus Indiana Jones, dem Dschungelbuch, Pink Panther oder der „Sendung mit der Maus“, die das ungeteilte Interesse der Heranwachsenden auf die für sie ungewohnte Orchestermusik zu lenken vermochten.

Eröffnung und Begrüßung durch Schulleiterin Stephanie Urschel

„Wo bleiben bloß die Musikanten?“ Dirigent Martin Schmitt und das junge Publikum halten gespannt Ausschau.

Jugendgemäß gestaltete die Bigband bereits den Auftakt. In Verkleidung und mit dem Accessoire eines Tropenforschers fing der musikalische Leiter und Dirigent Martin Schmitt seine ungeordnet durch den „Dschungel“ irrenden Trompeter, Saxophonisten, Posaunisten, Flötisten, Trommler und sonstigen „Tonerzeuger“  ein und fügte sie zum geordneten Ganzen einer harmonierenden Bigband in der klassischen Aufstellung zusammen. Dazwischen immer wieder anschauliche Erörterungen zu den eingesetzten Instrumenten, viele Fragestellungen der interessierten Schüler und erschöpfende Antworten.

Die große Show, sie kann beginnen.

Umlagert: Sängerin Susanne Thewes nach ihrem begeisternden Vortrag

„Hi-de-hi-de-de-hi-de-hi“ schallte es schließlich durch den Saal, als die stimmgewaltige Soul-Sängerin und Querflötistin Susanne Thewes das katholische Pfarrzentrum in seinen Grundfesten erbeben ließ und mit dem 90 Jahre alten Jazz-Klassiker „Minnie the Moocher“ von Cab Calloway nicht nur das jugendliche Publikum zum Mitmachen und Mitlachen bewegte.

Keine Berührungsängste mehr: Die beiden Fünferklassen und die Bigband der Polizei

Note Eins lautete auf spätere Nachfrage das exemplarische und einstimmige Feedback der Klasse 6a zu einer Musikstunde der ganz besonderen Art. „Eine Veranstaltung par excellence und ein Musterbeispiel für gelebte Präventivarbeit“, befand zusammenfassend auch der schulische Fachleiter und Musiklehrer Hans-Jürgen Geiger, der sich am Ende gemeinsam mit seinem Referendar Thomas Wainer beim aktiv mitwirkenden Dienststellenleiter Peter Niklos, beim musikalischen Leiter Martin Schmitt und natürlich beim gesamten Ensemble für die „hervorragende Darbietung“ mit einem stattlichen Präsentkorb bedankte. Ein großes Lob hatte Geiger auch für seinen Referendar parat, der die rundum gelungene Veranstaltung im Rahmen seiner Ausbildung bestens organisiert hatte.

Bericht und Fotos: Erich Hoffmann