Zeitgleich zu den umstrittenen Schulstreiks der Greta-Thunberg-Bewegung gegen den globalen Klimawandel taten sich am Freitag, dem 30. März, andere Kinder und Jugendliche durch ein aktives Vorgehen gegen die zunehmende Vermüllung der Landschaft hervor. Die Macher des Picobello-Tages 2019 setzten bei ihrem Aufruf zum Frühjahrsputz einmal mehr auf die Devise „Großes entsteht im Kleinen“.  Kleine „Umwelt-Sheriffs“ aus den Klassen 5a und 5b der Alex-Deutsch-Schule Wellesweiler waren es in der Tat, die sich mit viel detektivischem Spürsinn an der landesweiten Aktion des Entsorgungsverbandes Saar beteiligten. Ein Erfolgsprojekt, das sich auch diesmal durch die saarländischen Städte und Gemeinden sowie weitere Partner aus Wirtschaft und Verwaltung gut unterstützt sah.

„Lernziel erreicht“, konstatierten am Ende eines ganz besonderen Schultages die Klassenlehrer und Betreuer Carina Theobald und Christian Eisenla. Gut sichtbar wurde der Sammelerfolg an einer stattlichen Anhäufung gefüllter Mülltüten und sperriger Gegenstände. In die Müllsäcke hatten die Kinder all das verfrachtet, was andere achtlos weggeworfen bzw. im Sinne eines klaren und strafwürdigen Umweltfrevels illegal entsorgt haben.

Die Symbolfarbe gelb halten die jungen Picobello-Ranger einigen unverbesserlichen Umweltsündern entgegen.

Schwer zu schleppen haben Ricardo und Elias an ihrem Sammelgut.

Ausrangierte Sitzmöbel, Autoreifen, Kunststoffkanister mit undefinierbarem Inhalt, Babywindeln oder ausgediente Gießkannen haben in der Natur jedenfalls ebenso wenig zu suchen wie ein zwei mal drei Meter großer Teppich, den der 11-jährige Salvatore aus Klasse 5b jetzt mit viel Kraft und Ehrgeiz zum Sammelplatz an der Schule transportierte. Als weitere Erfahrung nahmen die Kinder mit auf den Weg, dass auch kleinster Wegwerf-Müll wie Feuerzeuge, Zigarettenkippen, Kronkorken, Aufreißringe von Getränkedosen, Glassplitter oder Plastikverpackungen Fauna und Flora erheblich belasten, mitunter sogar zu Verletzungen und nicht selten zu einem qualvollen Verenden von Tieren führen. Die Frage, ob nun scharfkantige Gegenstände im Verdauungstrakt, Kunststoffteilchen im Kiemensystem oder andere Fremdeinwirkungen den Tod auffällig vieler Fische verursacht haben, die leblos an der Oberfläche des nahen Angelweihers trieben, wurde unter Kindern und Lehrern zwar diskutiert, konnte letztlich aber nicht schlüssig beantwortet werden.

Eine alte Gießkanne, achtlos in die Natur geworfen, ist hier das „Corpus Delicti“.

Vollversammlung der beiden Fünferklassen am Ende eines erfolgreichen Tages.

Der diesjährige Picobello-Tag, begünstigt durch ein traumhaft schönes Frühlingswetter, hat auch im sechzehnten Jahr seines Bestehens deutliche Spuren bei allen Beteiligten hinterlassen und zur Schärfung des Umweltbewusstseins beigetragen. Eine Erkenntnis, welche die Wellesweiler Schulverantwortlichen gerne auch dem koordinierenden Entsorgungsverband Saar, der Stadt Neunkirchen und dem Hauptsponsor „Kaufland“ weitergeben wollen. Ebenso dürfen sich die  Sponsoren eines großen Dankeschöns für die Beköstigung der jungen Umweltschützer mit Brezeln und Getränken gewiss sein. „Picobello, wir kommen“, wird es an der Alex-Deutsch-Schule“ ganz sicher auch bei der nächstjährigen Auflage wieder heißen.

Bericht und Fotos: Erich Hoffmann