Die Alex-Deutsch-Schule pflegt Erinnerungskultur

Erneuter Besuch der KZ-Gedenkstätte Struthof

„So etwas darf nie wieder geschehen“, lautete die immer wieder geäußerte Mahnung des 2011 verstorbenen Holocaustüberlebenden Alex Deutsch. Enteignung, Entrechtung, Deportation, Folter und brutale Ermordung Unschuldiger unter dem menschenverachtenden Joch des Nationalsozialismus werden nirgendwo fühl- und sichtbarer als in einem jener unzähligen Straf- und Konzentrationslager dies- und jenseits der deutschen Staatsgrenzen. Zu den Orten des Schreckens zählte auch das elsässische KZ Natzweiler-Struthof, heute eine viel besuchte Gedenkstätte inmitten des wunderschönen Bergmassivs der Vogesen.  

Jahr für Jahr nehmen die jeweiligen Abschlussklassen der Alex-Deutsch-Schule den etwa 180 Km langen Weg in Kauf, um sich an Ort und Stelle ein Bild von den unvorstellbar grausamen Auswüchsen in der Zeit des „Tausendjährigen Reiches“ machen zu können, dessen Herrschaft bekanntlich deutlich kürzer währte. 42 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen 9a und 9b in Begleitung ihrer Lehrer Andrea Kockler, Hans-Jürgen Geiger und Erich Hoffmann waren diesmal vor Ort, um sich vom Struthof-Experten Axel Brück und seinem französischen Kollegen Jean-Marie Martin zunächst den Steinbruch im Außenbereich, dann das eigentliche Straflager und abschließend die ausgelagerte Gaskammer ein gutes Stück abseits des stacheldrahtbewehrten Geländes zeigen und erläutern zu lassen.  

   

Einen Tag zuvor hatte der 86-jährige Alex-Deutsch-Preisträger und Zeitzeuge Horst Bernard die Jugendlichen im schulinternen Raum der Begegnung mit wichtigen Details zur Fahrt versorgt und eindrucksvoll über seine Zeit im französischen Exil erzählt, wohin Bernards Familie aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln flüchten musste. Für einen Großteil der Fahrtkosten nach Struthof kam auch diesmal wieder der Förderverein der Schule auf, dem diese besondere Form der Bewusstseinsbildung junger Menschen von Beginn an ein außerordentlich wichtiges Anliegen war. Zu Recht, denn wie schnell große Bevölkerungsteile von rechtsnationalem Gedankengut infiltriert werden können, zeigt sich aktuell in einer beängstigenden mehr…

Empfang mit Shalala, Applaus und frischen Brezeln (Aufnahme der neuen 5er)

Zwei neue Fünferklassen an der Alex-Deutsch-Schule

Am Ende waren es erfreulicherweise doch 34 Mädchen und Jungen des fünften Schuljahrganges geworden, denen Rektorin Stephanie Urschel im Namen der gesamten Schulgemeinschaft ein herzliches Willkommen entbieten konnte. Für eine würdige Umrahmung der Feier sorgten die Klasse 6b und die Chor-AG der Schule mit Flötenspiel und Gesang.

Viele Eltern, Großeltern, Freunde und Geschwister hatten es sich nicht nehmen lassen, die traditionelle Begrüßungszeremonie in der gut besuchten Aula persönlich mitzuerleben. Der ansehnlichen Besucherschar beigesellt hatten sich auch Doris Deutsch, die Witwe des schulischen Namensgebers, und Arno Schley, der frühere Schulleiter und aktuelle Vorsitzende des Schulfördervereins.

Zur Feier des Tages überraschte Doris Deutsch wie im Vorjahr nicht nur die neu aufgenommenen Kinder, sondern ausnahmslos alle Schüler, Lehrer und Bedienstete der Einrichtung mit einer leckeren Brezel. Bereits kurz zuvor war es Schulleiterin Stephanie Urschel gelungen, die ärgsten Ängste von den etwas sensibleren Neulingen abzuwenden, indem sie die wichtigsten Ziele und Gepflogenheiten an der Schule transparent erläuterte und jedes einzelne Kind per Handschlag und in persönlicher Wortwahl begrüßte. Mit großer Spannung wurde auch diesmal die Zuweisung in eine der beiden Klassen erwartet. Während die 5a künftig von dem Lehrerinnenduo Jasmin Breier-Kaffka und Tatjana Gärtner betreut und geleitet wird, ist die 5b der Fürsorge und Obhut des „gemischten Doppels“ Carina Theobald und Christian Eisenla anvertraut.

  

Beeindruckt zeigten sich die frisch gebackenen Fünftklässler ebenso wie die große Schar der Besucher von den Beiträgen der Klasse 6b („Shalala – Mit Musik geht alles besser“) und der Chor-AG („Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller). Lehrerin Anna Schmidt oblag nicht nur die musikalische Leitung. Gemeinsam mit Schulleiterin Stephanie Urschel organisierte und moderierte die junge Allrounderin die Veranstaltung in außerordentlich kurzweiliger Weise. „Die do kann jo grad mehr…